Samstag nachmittag, 30 cm Schneematsch, nichts wie raus. Es wird Zeit zu gehen. Gehen ist erlaubt. Vom Rückenarzt persönlich abgenickt.

Am Dienstag war ich wieder bei ihm. Ausgerüstet mit einem Spickzettel voller Fragen, damit er in seiner rasanten Routine nicht schon wieder entschwindet bevor ich alles gefragt habe, was mir auf der Seele brennt. Stolz runterschlucken, Zettel auffalten und Punkt für Punkt vorlesen.

1. Ist es normal, dass das so lange dauert? > Ja. Bei Ihrer Nerv Schädigung ist ein Jahr Regeneration üblich. Sie waren kurz vor einem Bandscheibenvorfall.
2. Sollte ich mich generell vom Laufen verabschieden, ist das nichts für mich? > Ne, das können sie irgendwann schon wieder machen
3. Kann ich wieder anfangen? > Eher nicht. Machen Sie Aqua Sport, gehen sie. Ist doch zur Zeit sowieso sch*** Wetter.
4. Wann wieder? > Kommen Sie nach Ostern wieder, dann reden wir über das Laufen.  Dann aber erst mal nur Kurzstrecke.
5. Soll ich Physiotherapie machen? > Eher nicht. Sie sind gut und gleichmäßig bemuskelt. Langsam können sie Ihre Übungen wieder anfangen.
6. Kann ich noch was machen? > Wir können noch mal eine Serie Akkunpunktur machen, dann müssten Sie wieder zwei mal die Woche kommen. (Das ist schwierig, weil ich  2,5 Stunden Fahrtzeit zu meinem Arbeitsplatz habe. Mal fragen.)

Endlich mal Antworten, hätte ich früher machen sollen, das mit dem Zettel. Zur Belohnung gab es wieder drei Spritzchen in den unteren Rücken. Vorher wurden meine Arme und Beine noch geschüttelt, verknotet und dann langgezogen. Fertig. Das ist glaub ich manuelle Therapie.

Aber jetzt wird es Zeit zu gehen. Mit Wanderschuhen, Hund und einer Perspektive. Nach Ostern. Das sind 12 Wochen. Ein Klacks.

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